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Zahnbehandlung beim Pferd – Teil 2: Lade, Schneide-, Hengst- und Wolfszähne

Nach erfolgter Korrektur der Backenzähne werden die Lade und die Maulwinkel auf Weichteilverletzungen, Knochenauftreibungen (Osteophyten) und mögliche Wolfszähne (sichtbar oder blind) untersucht.

Zum Schluss werden die Schneidezähne sorgfältig begutachtet und vermessen, um mögliche Abweichungen feststellen zu können. Mit einem Lineal werden ein eventuell vorhandener Überbiss oder Unterbiss, die Mittellinienverschiebung und die Lateralokklusion in Millimetern gemessen. Dies gibt uns Auskunft darüber, wie gut die Okklusion (= Kontakt der Backenzähne) ist. Mit Hilfe des Messinstrumentes „Map Horse“ wird eine mögliche Diagonale der Schneidezähne erfasst und der Winkel der Okklusionsfläche der Schneidezähne in Bezug zum Kiefergelenk ermittelt.

Entsprechend der Ergebnisse dieser Messung werden Unebenheiten, Einbisse, Diagonalen und der Okklusionswinkel der Schneidezähne mit einer rotierenden Diamantscheibe korrigiert. Scharfkantige Stellen werden mit einem Walzenfräse abgerundet.

Abschließend wird die Kaubewegung des Pferdes simuliert, indem der Unterkiefer gegen den Oberkiefer verschoben wird. Damit wird sichergestellt, dass keine Einzelzahnkontakte und Okklusionshindernisse mehr vorliegen. Dann wird das Maul ausgespült, ein Zahnbefundbogen erstellt und an die Besitzer übergeben.

Es ist wichtig zu beachten, dass Ihr Pferd nach einer Zahnbehandlung 90 Minuten lang nicht fressen darf, um einer Schlundverstopfung oder Kolik vorzubeugen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Pferde nach einer Sedierung vermehrt schwitzen und Urin absetzen. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, den Pferden eine Abschwitzdecke anzuziehen.

Die regelmäßige Zahnbehandlung ist ein wichtiger Bestandteil der Pferdepflege und trägt in bedeutendem Maß zur Gesunderhaltung und dem Wohlbefinden bei.


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