Zahnbehandlung beim Pferd -Teil 1: Die Backenzähne
Die Zahnbehandlung dient in erster Linie dazu, die Okklusion (Biss) zu verbessern, den Kauvorgang zu erleichtern und Verletzungen an der Wangenschleimhaut und der Zunge zu vermeiden. Dies soll dem Pferd ein funktionsfähiges Gebiss bis ins hohe Alter erhalten.
Zunächst wird das Pferd allgemein untersucht, um festzustellen, ob es sedierungsfähig ist. Aus Sicherheitsgründen für Besitzer, Tierarzt und Pferd wird die Behandlung nur unter Sedierung durchgeführt. Zudem ermöglicht dies auch eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle.
Nach einer umfangreichen Untersuchung des Kopfes mittels Begutachten (Adspektion) und Abtasten (Palpation) auf veränderte Kaumuskulatur, Umfangsvermehrungen, Asymmetrien, verdickte Lymphknoten oder sonstige Abweichungen von der Norm, erfolgt die Untersuchung der Zähne und Weichteile in der Maulhöhle mittels Maulgatter, Kopflampe und Spiegel.
In der Regel wird mit der Behandlung der Backenzähne begonnen. Dabei werden Unregelmäßigkeiten auf der Kaufläche, wie Haken, Rampen, Wellen, Stufen und Querkämme (ATRs: accentuated transverse ridges; ETRs: excessive transverse ridges) mit einer Walzenfräse punktuell korrigiert. Anschließend werden die scharfen Zahnkanten mit der Scheibenfräse (Disc) gebrochen und mit einer speziell geformten Zylinderfräse (Applecore) abgerundet.
Bezüglich weiterführender krankhafter Zahnbefunde wie Frakturen, offenen Pulpen, Karies oder Parodontitis wird auf zukünftige Beiträge verwiesen, da wir sicherstellen möchten, dass auf jedes Thema umfassend eingegangen werden kann.
