Gesunde Tiere sind
glückliche Tiere

Rind Rundbrief 02-2022

Liebe Kundinnen und Kunden,

der Sommer ist da und damit auch die große Hitzewelle, die nicht nur uns, sondern auch den Tieren sehr zu schaffen macht. Wie Sie ihre Tiere entspannt und gesund durch diese Zeit bringen und Hitzestress vorbeugen können lesen Sie in diesem Rundbrief.

Im September laden wir Sie herzlich zu unserer Fortbildung zum Dauerbrennerthema Kälberdurchfall ein. Nähere Informationen finden Sie weiter unten und wird Ihnen in den nächsten Wochen auch per Post zugesandt.

Neues aus der Klinik

Wir begrüßen Golda Wendel, die uns seit 1. Mai 2022 in unserem Tierärzteteam in Bayerdilling unterstützt.

Richtig abkühlen – Hitzestress bei Kühen vermeiden

Bei steigenden Temperaturen sinkt das Wohlbefinden der Kühe. Der thermoneutrale Bereich von Milchkühen („Wohlfühlbereich“) liegt bei 4 – 16°C und ab einer Temperatur von 24°C, vor allem in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit, entsteht für Kühe Hitzestress. Insbesondere hochleistende Kühe haben eine hohe Stoffwechselleistung, bei der viel Wärme entsteht. Diese Wärme muss durch Verdunstung über die Haut abgegeben werden. Ist das nicht mehr ausreichend möglich atmen sie vermehrt, um die Wärme abzugeben. Das hat zur Folge, dass die Kühe weniger fressen und weniger wiederkauen. Dadurch gelangt nicht genug Puffersubstanz in den Pansen und es kommt zur Pansenübersäuerung mit den bekannten Folgen: Verschlechterte Klauengesundheit, erhöhte Zellzahlen, vermehrt Mastitiden, geringer Fettgehalt der Milch, bis hin zu Fruchtbarkeitsproblemen. Um dem vorzubeugen sollte schon ab Temperaturen um 16°C für mehr Luftbewegung gesorgt werden. Dies kann je nach Stall schon durch das Öffnen von Toren, Seitenwänden, Curtains etc. geschehen. Ab 20°C Stalltemperatur sollten Ventilatoren unterstützend eingesetzt werden.

Bei der Lüftung muss zwischen Luftbewegung und Luftaustausch unterschieden werden. Die Luftbewegung transportiert, abhängig von der Luftgeschwindigkeit, die Wärme von den Tieren weg und der Luftaustausch ist wichtig, um verbrauchte, CO2-haltige, warme und feuchte Luft gegen frische auszutauschen. An Stallöffnungen sollten Ventilatoren angebracht werden, um Frischluft anzusaugen und weitere Ventilatoren sollten im Stallbereich angebracht sein, um die Luft zu verteilen. Optimaler Weise sind Ventilatoren über den Liegeboxen installiert, dies fördert das Abliegen und Wiederkauen der Tiere und hält die Einstreu der Liegeboxen trocken. Die Ventilatoren über den Liegeboxen sollten maximal im Abstand von 15 Metern angebracht sein und dabei mit einem Winkel von 15-25° nach vorne geneigt sein, um die nötige Luftgeschwindigkeit in diese Bereiche zu leiten. Anstelle von frei hängenden, vertikalen Ventilatoren können auch Großraumdeckenventilatoren eingesetzt werden. Ventilatoren am Fressgitter sind nicht zu empfehlen, da die Kühe dadurch vermehrt am Futtertisch stehen und es zu Überlastungen der Klauen kommen kann und das Futter durch die Luftbewegung austrocknet. Die ideale Luftgeschwindigkeit liegt zwischen 2,5-5m/Sekunde. Ventilationsanlagen sollten mit einer automatischen Steuerung vorgesehen sein, die die Ventilatoren je nach Stalltemperatur steuert.

Zusätzlich zur reinen Ventilatorkühlung ist auch eine Sprühkühlung möglich. Hierbei wird die Verdunstungskühle ausgenutzt. Dies bedeutet aber, dass zusätzlich eine hohe Luftaustauschrate im Stall bestehen muss. Bei diesen Anlagen wird zwischen Hoch- und Niederdruckanlagen unterschieden, die jedoch beide das Prinzip der Verdunstungskühle nutzen. Hochdruckanlagen bilden einen feinen Wassernebel, der sofort verdampft und dadurch die Umgebungsluft abkühlt. Niederdruckanlagen, sogenannte Kuhduschen, verteilen das Wasser großtropfig auf der Kuh, sodass das Fell der Tiere vollständig bis auf die Haut durchnässt wird und durch Verdunstung dem Tier Wärme entzogen wird. Bei beiden Anlagen ist eine hohe Luftaustauschrate erforderlich, ansonsten erzeugen Sie ein Dampfbadklima im Stall und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit belastet die Kühe zusätzlich zur Hitze. Deshalb sollten Sprühkühlungen mit Zeitschaltuhr ausgestattet und die Lüftung an diese angepasst werden.

Die Sprühkühlung darf nicht über den Liegeboxen eingesetzt werden, da sonst die Einstreu feucht wird und sich bei den hohen Temperaturen Keime schnell vermehren können.

Fortbildung „Kälberdurchfall: Dauerbrenner in den ersten Lebenswochen“

Wir möchten Sie zu unserer Vortragsveranstaltung für Landwirte zum Thema „Kälberdurchfall: Dauerbrenner in den ersten Lebenswochen“ einladen. Diese findet am 27.09.2022 in Bayerdilling und am 28.09.2022 in Diedorf statt. Die Einladungen werden Ihnen per Post zugesandt und wir bitten Sie um rechtzeitige Anmeldung.


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