Kopf- und Maulhöhlenuntersuchung beim Pferd
Was wird bei der speziellen Kopf- und Maulhöhlenuntersuchung beim Pferd gemacht?
Neben der allgemeinen Untersuchung des Tieres ist für die Befunderhebung vor der Zahnbehandlung vor allem die Untersuchung des Kopfes und die der Maulhöhle von großer Bedeutung.
Bei der speziellen Untersuchung des Kopfes geht es darum, äußerlich sicht- und tastbare Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Dabei wird auf Schwellungen, Fisteln (eitrige Öffnungen der Haut) und asymmetrische Ausbildung der Kaumuskulatur (Temporalis und Masseter) geachtet. Die Kiefergelenke, die tastbaren Strukturen des Zungenbeines und die Lymphknoten des Unterkiefers (Lnn. mandibularis) werden auf Vergrößerung und Schmerzhaftigkeit überprüft. Nüstern und Augen werden auf Ausfluss untersucht. Auch ein möglicher Geruch aus Maul und Nüster wird an dieser Stelle erfasst. Zur Beurteilung des Bisses (Okklusion) werden Ober- und Unterkiefer gegeneinander verschoben.
Beim Untersuchen der Maulhöhle (unter Sedierung) werden zunächst die Schneidezähne beurteilt. Dies ist wichtig, ob und was für ein Maulgatter ins Pferdemaul eingelegt werden kann. Hier wird insbesondere auf Vollständigkeit, Fehlstellungen, Frakturen, offene Wurzelkanäle und Lockerung geachtet. Auch möglicherweise vorhandene Wolfs- und Hengstzähne werden vor dem Anlegen des Maulgatters geprüft. Kann das Maulgatter bedenkenlos eingelegt werden, beginnen die TierärztInnen mit der Untersuchung des hinteren Bereiches der Maulhöhle. Hierbei werden zunächst die Weichteile (Zunge, Wangen, Maulwinkel, Gaumen) auf Verletzungen und Auffälligkeiten. Anschließend werden auch die Backenzähne auf Vollständigkeit, Fehlstellungen, Frakturen, Karies , offenen Wurzelkanälen und Lockerung untersucht.
