Kolik bei Pferden – Ursachen, Symptome und schnelle Hilfe
Die Kolik beim Pferd zählt zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Notfällen in der Pferdemedizin.
Sie kann plötzlich auftreten und für das betroffene Tier lebensbedrohlich werden, wenn nicht schnell gehandelt wird.
In unserer Pferdeklinik verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Koliken bei Pferden – von leichten Fällen bis hin zu komplexen chirurgischen Eingriffen.
Unsere Tierärztinnen und Tierärzte sind rund um die Uhr erreichbar und gewährleisten eine sichere, professionelle Versorgung – im Stall oder stationär in unserer Klinik.
Bei Verdacht auf Kolik:
24-Stunden-Notruf: +49 8238 9618 0
Kolik beim Pferd erkennen: typische Symptome
Eine Kolik bezeichnet keine einzelne Erkrankung, sondern einen Sammelbegriff für Bauchschmerzen unterschiedlicher Ursachen. Je nach Art und Schweregrad können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen.
Typische Anzeichen einer Kolik beim Pferd:
- Unruhe, häufiges Scharren oder Wälzen
- Schauen oder Treten gegen den Bauch
- Aufblähen, starkes Schwitzen
- Verweigerung von Futter und Wasser
- Kein oder stark verminderter Kotabsatz (Verstopfung)
- Aufgekrümmte Haltung, Unwilligkeit zum Gehen
- Mattigkeit oder Schockanzeichen
Kolik bei Pferden: häufige Ursachen
Die Ursachen einer Kolik sind vielfältig. Häufig entstehen sie durch Fütterungsfehler, Bewegungsmangel oder Stress, aber auch durch organische Erkrankungen.
Häufige Kolik-Ursachen im Überblick:
- Gaskolik: übermäßige Gasbildung im Darm, oft nach Futterwechsel oder hastigem Fressen
- Verstopfungskolik: durch zu trockene, strukturarme Fütterung oder unzureichende Wasseraufnahme
- Darmverlagerung oder -verschlingung: mechanische Ursachen, die häufig operativ behandelt werden müssen
- Sandkolik: durch Sandaufnahme beim Fressen auf kurzgefressenen Weiden oder Reitplätzen
- Parasitenbefall: besonders bei unregelmäßiger Entwurmung
- Stress und Bewegungsmangel: beeinflussen die Darmmotorik negativ
Viele Koliken sind vermeidbar, wenn Haltung, Fütterung und Management optimal aufeinander abgestimmt sind.
Gaskolik beim Pferd – die häufigste Form der Kolik
Eine Gaskolik entsteht, wenn im Darm des Pferdes übermäßig viel Gas gebildet wird, meist durch Futterumstellungen, falsche Rationen oder Bewegungsmangel. Das Tier zeigt Unruhe, scharrt, schaut zum Bauch und kann sich vermehrt wälzen.
Was tun bei Gaskolik?
Das Pferd sollte ruhig geführt und sofort ein Tierarzt gerufen werden. In vielen Fällen lässt sich eine Gaskolik medikamentös behandeln, in schwereren Fällen ist eine stationäre Überwachung notwendig.
Unsere Tierärztinnen und Tierärzte verfügen über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Gaskoliken bei Pferden – vom akuten Notfall bis zur vollständigen Genesung.
Was tun bei Kolik – Erste Hilfe & Notfallmaßnahmen
Bei einer Kolik zählt jede Minute. Bis der Tierarzt eintrifft, können Pferdebesitzer:innen einige einfache, aber wichtige Maßnahmen ergreifen:
Erste Hilfe bei Kolik:
- Ruhe bewahren und das Pferd nicht unbeaufsichtigt lassen.
- Tierarzt sofort anrufen – keine Selbstmedikation oder Hausmittel.
- Pferd vorsichtig führen, um die Darmtätigkeit zu fördern (nur wenn das Tier ruhig bleibt).
- Kein Futter oder Wasser anbieten, bis die Ursache geklärt ist.
- Symptome beobachten: Puls, Atmung, Schweiß, Kotabsatz – diese Informationen helfen dem Tierarzt.
Wenn sich die Symptome verschlimmern oder das Pferd sich wälzt, nicht zögern, in die Klinik zu fahren. Unsere Klinik ist für alle Kolikarten ausgestattet – von der medikamentösen Behandlung bis zur Notoperation.
Diagnose und Behandlung in der Pferdeklinik bei Kolik
In unserer Pferdeklinik stehen alle modernen Möglichkeiten der Kolikdiagnostik und -therapie zur Verfügung:
- Klinische Untersuchung und Ultraschall
- Rektaluntersuchung und Magensonde
- Blut- und Laboranalysen
- Bauchhöhlenpunktion bei unklaren Fällen
- Computertomographie (CT) zur erweiterten Diagnose
Wenn nötig, wird das Pferd stationär aufgenommen und intensiv überwacht. Unser erfahrenes Chirurgie-Team führt regelmäßig Kolikoperationen durch – rund um die Uhr, mit modernster Narkose- und Monitoringtechnik. Nach der Operation erfolgt eine engmaschige Nachsorge und Rehabilitation, um Rückfälle zu vermeiden.
Kolik beim Pferd vorbeugen
Die beste Therapie ist die Vorbeugung. Viele Koliken lassen sich durch konsequente Pflege und Haltung verhindern.
Unsere Empfehlungen zur Kolikvorbeugung:
- Langsame Futterumstellungen (über 7–10 Tage)
- Hochwertiges, staubfreies Heu und regelmäßige Raufuttergaben
- Ausreichend Bewegung und Weidegang
- Sauberes, temperiertes Trinkwasser zur freien Verfügung
- Regelmäßige Zahnkontrolle (mind. 1× jährlich)
- Entwurmungsplan
- Stressarme Haltung, strukturierte Fütterungszeiten
Ein stabiler Verdauungsrhythmus und ein ausgeglichener Alltag sind die besten Schutzfaktoren gegen Kolik.
Nachsorge und Prognose nach einer Kolik
Je nach Ursache und Verlauf ist die Prognose nach einer Kolik sehr unterschiedlich.
Leichte Formen wie Gaskoliken heilen oft vollständig aus, während schwere Darmverlagerungen intensivere Betreuung erfordern. Wichtig ist eine angepasste Fütterung und Bewegung nach der Behandlung sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt. Unser Team begleitet Sie und Ihr Pferd auch nach der Akutphase – bis zur vollständigen Genesung.
Fütterung nach der Kolik
Nach einer überstandenen Kolik ist eine angepasste Fütterung entscheidend, um den Verdauungstrakt zu entlasten und Rückfälle zu vermeiden.
Die Art der Fütterung hängt immer von der Kolikursache und dem individuellen Heilungsverlauf ab.
In den ersten 24 bis 48 Stunden nach einer Kolik sollte das Pferd nur kleine Mengen leicht verdauliches Raufutter (z. B. gutes Heu oder Heucobs) erhalten. Kraftfutter, getreidehaltige Mischungen oder Leckerlis sind in dieser Phase tabu.
Nach Operationen oder schweren Verläufen erfolgt der Futteraufbau schrittweise und ausschließlich nach tierärztlicher Anweisung.
Grundregeln für die Fütterung nach einer Kolik:
- Mehrere kleine Portionen Raufutter über den Tag verteilt
- Keine abrupten Futterumstellungen
- Stets frisches, temperiertes Wasser anbieten
- Auf ausreichende Bewegung achten, sobald das Pferd stabil ist
- Kotabsatz und Appetit regelmäßig beobachten
Unser Team erstellt für jedes Pferd einen individuellen Fütterungsplan mit Futtermitteln und begleitet den Genesungsprozess engmaschig – von der Entlassung aus der Klinik bis zur vollständigen Erholung.
Reiten nach einer Kolik
Wann ein Pferd nach einer Kolik wieder geritten werden darf, hängt stark von der Art und Schwere der Erkrankung ab.
Nach einer leichten Gaskolik ist meist schon nach wenigen Tagen eine schonende Bewegung möglich – zunächst an der Hand oder an der Longe.
Bei chirurgisch behandelten Koliken oder schweren Darmverlagerungen dauert die Rehabilitationsphase deutlich länger.
Allgemeine Empfehlungen:
- Nach leichten Koliken: vorsichtige Bewegung nach tierärztlicher Freigabe, beginnend mit Schrittführen
- Nach Operationen: mehrere Wochen Boxenruhe, anschließend schrittweise Aufbau unter tierärztlicher Kontrolle
- Regelmäßige Kontrollen der Vitalfunktionen und der Narbenheilung
- Keine Eile beim Trainingsbeginn – der Verdauungstrakt benötigt Zeit, um sich vollständig zu stabilisieren
Sobald das Pferd wieder normal frisst, regelmäßig Kot absetzt und vom Tierarzt als stabil eingestuft wird, kann das Training langsam gesteigert werden.
Unser Team unterstützt Sie dabei mit individuellen Rehabilitationsplänen, damit Ihr Pferd sicher und gesund in den Alltag zurückkehren kann.










