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Fohlen mit seiner Mutterstute

Klinischer Fall: Neonatale Isoerythrolyse

Die neonatale Isoerythrolyse ist eine erworbene, immunvermittelte Erkrankung neugeborener Fohlen. Die Erkrankung tritt bei etwa 2 % Fohlen auf.

Was passiert im Körper?

Nach der Aufnahme des Kolostrums gelangen Antikörper der Mutterstute in den Kreislauf des Fohlens und reagieren mit dessen roten Blutkörperchen. Diese Antikörper sind bei der Stute z.B. infolge früherer Geburten oder Bluttransfusionen entstanden. Die daraus resultierende Zerstörung der roten Blutkörperchen führen zu Anämie (Blutarmut), Sauerstoffmangel und Ikterus (Gelbfärbung der Schleimhäute).

Zeitpunkt und Verlauf

Die Fohlen sind bei der Geburt unauffällig, entwickeln jedoch ab dem ersten Lebenstag Symptome. Der Verlauf kann perakut und rasch tödlich sein oder in milderen Formen mit Schwäche und erhöhter Infektanfälligkeit einhergehen je nachdem wieviele rote Blutkörperchen zerstört werden.

Typische klinische Anzeichen

Typische klinische Anzeichen sind Trinkunlust und allgemeine Schwäche sowie blasse bis ikterische Schleimhäute. Hinzu kommen dunkler Urin, erhöhte Atem- und Herzfrequenz und bei schweren Verläufen Festliegen und Krampfanfälle.

Was Sie als Besitzer konkret tun können

Eine sorgfältige Dokumentation früherer Abfohlprobleme ist essenziell – nicht nur für diesen Fall. Neugeborene Fohlen sollten in den ersten 48–72 Stunden eng überwacht werden, insbesondere hinsichtlich Trinkverhalten und Allgemeinzustand. Bei gelben Schleimhäuten, Schwäche oder dunklem Urin ist sofort tierärztlich zu handeln. Bei Verdacht auf eine Isoerythrolyse muss die Kolostrumaufnahme umgehend gestoppt und ein vorgeburtlicher Notfallplan für Risikostuten mit der Klinik abgestimmt sein. Aber Achtung auch eine Sepsis (Blutvergiftung) kann zu leicht gelblichen Schleimhäuten führen. In jedem Fall sollten Sie, wenn Ihr Fohlen nicht so fröhlich und fit wie gewöhnlich erscheint, sehr rasch tierärztlichen Rat suchen.

Unser Fazit

Die neonatale Isoerythrolyse ist eine ernste Erkrankung mit teils begrenzten therapeutischen Möglichkeiten. Aufmerksamkeit, frühes Erkennen und schnelles Handeln sind die entscheidenden Faktoren für den Verlauf.


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