Invagination beim Tier
Die Invagination ist die Einstülpung eines Darmanteils in den aboral folgenden Darmabschnitt. Das bedeutet, dass sich mehrere Darmschlingen ineinanderschieben, wodurch die Durchgängigkeit des Darms und seine Motorik stark eingeschränkt werden.
Bei einer andauernden Darminvagination können Verklebungen und Verengungen zwischen den eingestülpten Darmabschnitten auftreten und zu einer Abschnürung der Mesenterialgefäße führen, wodurch es zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Blut und Sauerstoff kommt. Das liegt an der Abschnürung der zu- und abfließenden Blutgefäße des Darmes. Insbesondere der venöse Abfluss wird behindert, wodurch es zu einer Schwellung des Gewebes kommt, welcher dadurch im anderen Abschnitt festhängt. Durch die weiter fortschreitende Schwellung, wird weiterhin auch der arterielle Blutfluss, welcher den Darm mit Blut versorgt, gestört, oder sogar ganz unterbrochen. Das kann Entzündungsreaktionen und weiterhin auch Nekrosen (Absterben von Gewebe) zur Folge haben. Das Darmsegment, sowie umliegende Darmabschnitte, auch die Aufhängung des Darmes (Mesenterium) kann dadurch absterben. Weiterhin kommt es durch die Schwellung zu einer Einengung des Darmlumens (also des Darmrohres) und dadurch letztendlich zum Darmverschluss (Ileus). Die Darminvagination zählt zu den häufigsten Ursachen eines Ileus.
Die Symptome können variieren, einige der häufigsten Anzeichen sind:
- Erbrechen
- Durchfall oder Verstopfung
- Appetitlosigkeit
- Dehydration
- Abdominaler Schmerz und Aufblähung
- Apathie, Lethargie
Ursachen
Es gibt verschiedene Ursachen für Invaginationen des Darmes (u.a. Parasiten, Infektionen, Unverträglichkeiten, Stress oder auch Erkrankungen des Magen-Darmtraktes), aber am häufigsten entstehen Invaginationen, welche idiopathisch bedingt sind – also „ohne bekannte Ursache“ oder „als selbstständiger Krankheitszustand“.
Gerade bei jungen Tieren mit Erbrechen und Durchfall muss man neben Parasiten und Fremdkörpern dies als mögliche Diagnose im Hinterkopf haben. Aufschluss gibt entweder ein Ultraschall, oder ein Kontraströntgenbild.
Behandlung und Therapie
Eine Invagination ist immer ein Notfall und lässt sich häufig nur chirurgisch lösen: Dabei wird der gesamte Darmtrakt abgesucht, vorsichtig durchpalpiert und dann die invaginierten Stellen durch vorsichtigen Zug und Druck manuell reponiert. Kann die Invagination nicht korrigiert werden oder sind die Gefäße und der Darm nekrotisch verändert, muss der betroffene Abschnitt reseziert werden (Darmresektion). Je früher eine Invagination erkannt wird, desto besser die Chancen auf einen erfolgreichen Eingriff.
