Wie läuft eine Augenuntersuchung ab?
Wie läuft eine Augenuntersuchung ab?
Bevor die eigentliche Augenuntersuchung beginnt, erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch, bei dem auch allgemeine Fragen wie beispielsweise zur Haltung, Fütterung oder dem Impfstatus gestellt werden. Zusätzlich sind Vorerkrankungen oder zusätzliche systemische Erkrankungen relevant, da viele Augenerkrankungen mit anderen körperlichen Erkrankungen in Zusammenhang stehen.
Nach der Anamnese wird Ihr Tier klinisch untersucht.
Anschließend beginnt die Augenuntersuchung, welche in der Regel immer nach dem gleichen Schema abläuft. Es werden immer beide Augen untersucht, um auch eine Erkrankung am für Sie gesunden Auge auszuschließen.
Die Untersuchung beginnt mit der vergleichenden Distanzbetrachtung und Überprüfung verschiedener Reflexe. Anschließend erfolgt die Messung der Tränenflüssigkeit. Dafür bekommt Ihr Tier einen kleinen Papierstreifen ins Unterlid eingehängt. Dieser Test ist für die meisten Tiere am „unangenehmsten“, man kann das Gefühl mit einem Haar/Staubkorn im Auge vergleichen.
Nach dieser Untersuchung wird das Licht ausgeschaltet und die Untersuchung des vorderen Augensegmentes erfolgt mit einem Handspaltlampenmikroskop.
Nachfolgend wird ein grünlicher Farbstoff (Fluoreszein) auf die Hornhaut gegeben, um diese einerseits auf Verletzungen zu untersuchen und andererseits eine Aussage über die Tränenqualität zu treffen.
Bevor Ihr Tier Augentropfen (Mydriatikum) erhält, welche die Pupille weitstellen und somit die Untersuchung der Linse und den Augenhintergrund ermöglichen, wird der Augeninnendruck gemessen.
Das Mydriatikum benötigt ca. 20-30 Minuten, bis es wirkt. In dieser Zeit dürfen Sie mit Ihrem Tier noch einmal im Wartezimmer Platz nehmen. Hunde dürfen auch kurz nach draußen gebracht werden, achten Sie jedoch bitte bei Sonnenschein darauf, dass Ihr Tier im Schatten bleibt, da das Medikament ansonsten länger braucht, um zu wirken.
Nach der Wartezeit werden Sie erneut aufgerufen und die Linse, der Glaskörper sowie der Augenhintergrund werden mittels eines Kopfbandophthalmoskops befundet.
Nach der vollständigen Augenuntersuchung werden die Befunde sowie etwaige notwendige weiterführende Diagnostik (beispielsweise Ultraschall), Operationen und der Therapieplan ausführlich besprochen. Die erhobenen Befunde werden anschließend an Ihren Haustierarzt geschickt.
Wie lange dauert die Untersuchung?
Planen Sie für die Erstuntersuchung bitte mindestens ein bis eineinhalb Stunden ein, je nach Befund kann sich die Untersuchung auch etwas verlängern. Eine Kontrolluntersuchung dauert in der Regel etwa 30 Minuten.
Ist eine Augenuntersuchung schmerzhaft und muss mein Tier sediert werden?
Die Augenuntersuchung selbst ist nicht schmerzhaft. Sollten Eingriffe durchgeführt werden müssen, welche unangenehm sind, erhält Ihr Tier Augentropfen, welche die Oberfläche betäuben.
In der Regel muss Ihr Tier für die Untersuchung nicht sediert werden. In wenigen Einzelfällen (z.B. falls Ihr Tier sehr aggressiv ist), kann eine kurze Sedierung notwendig sein. Meistens merken aber auch sehr ängstliche Tiere sehr schnell, dass die Untersuchung nicht schmerzhaft ist und lassen sich untersuchen.
Wenn Sie bereits wissen, dass Ihr Tier beim Tierarzt ängstlich oder aggressiv ist und schon bei vorherigen Untersuchungen beim Haustierarzt Medikamente zur Beruhigung bekommen hat, geben Sie dies bitte bei der Terminvergabe an.
Muss mein Tier nüchtern sein?
In der Regel erfolgt die Untersuchung ohne Narkose. In Abhängigkeit der Befunde kann jedoch eine notfällige Behandlung/Operation in Narkose notwendig werden. Es ist daher bei schwerwiegenden Befunden (z.B. Ihr Tier kann das Auge gar nicht mehr öffnen, Blutungen, Austritt von viel Flüssigkeit aus dem Auge, oÄ) sinnvoll, wenn Ihr Tier nüchtern zur Untersuchung erscheint.
Was sollen Sie mitbringen?
Bitte bringen Sie den Impfpass sowie eine Liste aller Medikamente, die Ihr Tier aktuell beziehungsweise in der letzten Zeit erhalten hat, mit. Auch hier sind wieder nicht nur die Augenmedikamente wichtig, sondern auch alle sonstigen Medikamente (z.B. Schmerzmittel, Herzmedikamente, usw.). Sollten Vorbefunde vorhanden sein (beispielsweise Blutuntersuchungen oder Untersuchungsbefunde einer vorherigen Untersuchung), bringen Sie diese bitte auch mit.
Sollte Ihr Hund in fremder Umgebung bzw. beim Tierarzt bekannt ängstlich sein oder es gewohnt sein, einen Maulkorb zu tragen, bringen Sie gerne Ihren eigenen Maulkorb mit, den der Hund schon kennt. Natürlich haben wir auch sonst in der Klinik ausreichend Maulkörbe in verschiedenen Größen.
Katzen kommen bitte in verschließbaren Katzenkörben. Auch wenn Ihre Katze umgänglich und brav ist, kann es sein, dass Sie auf Tiere treffen, die Ihre Katze erschrecken. Wir wollen nicht, dass Ihre Katze oder Sie verletzt werden.
Muss ich zur Kontrolle erscheinen, obwohl ich keine Veränderungen mehr erkennen kann?
Kontrolltermine werden empfohlen, um den Verlauf der Erkrankung zu beurteilen. Veränderungen an den Augen können oft mit bloßem Auge nicht erkannt werden und zeigen sich oft erst durch die Untersuchung mit dem Handspaltlampenmikroskop (Vergrößerung mindestens 10fach). Eine falsch eingeschätzte Verbesserung oder gar nicht erkannte Verschlechterung der Befunde kann schwerwiegende Folgen haben und gar zum Verlust des Visus oder des Auges kommen.
Halten Sie daher bitte unbedingt Rücksprache mit den behandelnden Arzt, sollten Sie den Eindruck haben, dass eine Kontrolle nicht notwendig ist.
