Gesunde Tiere sind
glückliche Tiere

Augenuntersuchung Pferd

Ablauf Augenuntersuchung bei Pferden

Bevor die eigentliche Augenuntersuchung beginnt, erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch, bei dem auch allgemeine Fragen wie beispielsweise zur Haltung, Fütterung oder dem Impfstatus gestellt werden. Zusätzlich sind Vorerkrankungen oder zusätzliche systemische Erkrankungen relevant, da viele Augenerkrankungen mit anderen körperlichen Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Nach der Anamnese wird Ihr Tier klinisch untersucht.

Anschließend beginnt die Augenuntersuchung, welche in der Regel immer nach dem gleichen Schema abläuft. Es werden immer beide Augen untersucht, um auch eine Erkrankung am für Sie gesunden Auge auszuschließen.

Aufgrund ihrer Größe und Stärke ist es für die Patienten und alle beteiligten Personen am Sichersten, wenn das Pferd zur Untersuchung eine leichte Sedierung erhält. Da die Untersuchung selbst nicht schmerzhaft oder unangenehm ist, ist die Sedierung nur oberflächlich und beispielsweise nicht mit der einer Zahnbehandlung, Gastroskopie oder Ähnlichem vergleichbar. Bei ambulanten Untersuchungen ist Ihr Pferd in der Regel direkt nach dem Ende der Untersuchung wieder so weit fit, dass es problemlos im Hänger nach Hause fahren kann. Sollte einmal eine höhere Dosierung notwendig sein, darf Ihr Pferd selbstverständlich so lange bei uns bleiben, bis es wieder ganz munter ist und eine Fahrt im Hänger keine Gefahr darstellt.

Zur Untersuchung wird Ihr Tier in einen unserer Behandlungsräume gebracht, sollte eine Untersuchung aus Sicherheitsgründen im Untersuchungsstand stattfinden müssen, ist dies auch möglich.

Die Untersuchung beginnt mit der vergleichenden Distanzbetrachtung und Überprüfung verschiedener Reflexe. Anschließend erfolgt die Messung der Tränenflüssigkeit (Schirmer Tränentest). Dafür bekommt Ihr Tier einen kleinen Papierstreifen ins Unterlid eingehängt. Dieser Test ist für die meisten Tiere am „unangenehmsten“, man kann das Gefühl mit einem Haar/Staubkorn im Auge vergleichen. Nach dieser Untersuchung wird das Licht ausgeschaltet und die Untersuchung des vorderen Augensegmentes erfolgt mit einem Handspaltlampenmikroskop.

Nachfolgend wird ein grünlicher Farbstoff (Fluoreszein) auf die Hornhaut gegeben, um diese einerseits auf Verletzungen zu untersuchen und andererseits eine Aussage über die Tränenqualität zu treffen. Bevor Ihr Tier Augentropfen (Mydriatikum) erhält, welche die Pupille weitstellen und somit die Untersuchung der Linse und den Augenhintergrund ermöglichen, wird der Augeninnendruck gemessen. Das Mydriatikum benötigt ca. 30 Minuten, bis es wirkt. In dieser Zeit wird Ihr Pferd kurz in eine Box gestellt. Nach der Wartezeit werden Sie erneut aufgerufen und die Linse, der Glaskörper sowie der Augenhintergrund werden mittels eines Kopfbandophthalmoskops befundet.

Nach der vollständigen Augenuntersuchung werden die Befunde sowie etwaige notwendige weiterführende Diagnostik (beispielsweise Ultraschall), Operationen und der Therapieplan ausführlich besprochen. Die erhobenen Befunde werden anschließend an Ihren Haustierarzt geschickt.

Die Erstuntersuchung beim Pferd dauert in der Regel etwa eineinhalb Stunden, planen Sie bitte deshalb ausreichend Zeit ein. Kontrolluntersuchungen benötigen meistens weniger Zeit.

Kann eine Untersuchung auch im Stall zu Hause durchgeführt werden?

Derzeit bieten wir die Augenuntersuchungen bei Pferden ausschließlich in der Klinik an. Hier haben wir sämtliche Geräte vor Ort und können in einem adäquat abgedunkelten Raum auch kleine Veränderungen feststellen.
Je nach Befund und weiterer Therapie können Kontrolluntersuchungen auch durch die Kollegen unserer Fahrpraxis bei Ihnen im Stall durchgeführt werden.

Was sollen Sie zur Untersuchung mitbringen?

Bitte bringen Sie den Impfpass sowie eine Liste aller Medikamente, die Ihr Tier aktuell beziehungsweise in der letzten Zeit erhalten hat, mit. Auch hier sind wieder nicht nur die Augenmedikamente wichtig, sondern auch alle sonstigen Medikamente (z.B. Schmerzmittel). Sollten Vorbefunde vorhanden sein (beispielsweise Blutuntersuchungen oder Untersuchungsbefunde einer vorherigen Untersuchung), bringen Sie diese bitte auch mit.

Muss mein Pferd auf der Klinik blieben?

Je nach Ergebnis der Untersuchung kann eine stationäre Aufnahme zur weiteren Diagnostik, Behandlung/Operation oder frequenter Therapie notwendig sein. Es werden nach der Untersuchung alle Optionen und Kosten genau mit Ihnen besprochen. Sollte Ihr Pferd stationär aufgenommen werden müssen, wird Ihr Pferd zumindest einmal täglich untersucht. Die Behandlung kann in schweren Fällen auch stündlich erfolgen. Sie erhalten mehrmals die Woche (in kritischen Fällen auch täglich) einen Anruf mit Informationen bezüglich des Behandlungsverlaufs.


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