Alpaka – Kastration von Junghengsten
Alpaka – Kastration von Junghengsten
Grundsätzlich ist eine dauerhafte Hengsthaltung unter gleichaltrigen Hengsten möglich. Aber: auch nach Jahren kann es immer wieder zu Streitigkeiten und heftigen Rangkämpfen kommen. In gemischten Herden besteht zudem die Gefahr der unkontrollierten Fortpflanzung. Meist lohnt es sich, einfach alle Hengste, die nicht zur Zucht benötigt werden, oder zumindest die dominantesten zu kastrieren, denn Wallache sind oft deutlich ruhiger und entspannter als ihre unkastrierten Mitbewohner. Wichtig ist, dass Alpakas erst ab einem Alter von 24 Monaten kastriert werden, da vorher die Verklebung des Präputiums (Vorhaut) noch nicht gelöst ist und damit das Risiko steigt, dass sich Harnabflussstörungen entwickeln. Auch bei Kryptorchismus (Hodenhochstand) ist eine Kastration notwendig.
Wie läuft die Kastration (bei physiologisch abgestiegenen Hoden) ab?
Die Tiere sollten im Idealfall 12 Stunden vor der OP keine Nahrung mehr bekommen, Wasser sollte jedoch immer zur Verfügung stehen! Sie sollten nicht einzeln separiert werden, sondern immer mit mindestens einem Partnertier zusammenstehen.
Die OP findet in Allgemeinanästhesie (dh. unter Vollnarkose), entweder in Rücken-, Seiten- oder Brust-Bauchlage, statt. In unserem Fall wurden die Alpakas in Brust-Bauchlage mit leicht erhöhtem Kopf gelagert. Im nächsten Schritt wird das Operationsfeld gründlich gewaschen, rasiert und desinfiziert. Anschließend wird der Hoden zwischen die Finger genommen und in Richtung Haut gedrückt, so dass er prall unter der Hautoberfläche erscheint. Dann wird ein ca. 3 cm langer Schnitt gemacht und der Hoden herausgedrückt. Nach vorsichtigem Herausziehen des Samenstranges wird dieser körpernah mit einer Arterienklemme abgeklemmt und eine Ligatur angelegt. Nun kann der Hoden abgeschnitten und die Klemme entfernt werden. Dabei den Stumpf festhalten und kontrollieren, ob er noch blutet. Wenn der Stumpf nicht blutet, kann man ihn loslassen und dem Tier zurückgeben. Nun ist der zweite Hoden an der Reihe.
Erfolgt die Kastration durch die Öffnung des Hodensacks, also skrotal, kann die Wunde offen gelassen oder gegebenenfalls vernäht werden. Erfolgt die Kastration präskrotal, d.h. über einen einzigen Hautschnitt vor dem Hodensack am Bauch, muss die Wunde immer vernäht werden.
Was ist in den folgenden Tagen zu beachten?
In den folgenden Tagen sollte auf verminderte Futteraufnahme, Fieber oder Schwellungen im Wundbereich geachtet werden. Die Wunde sollte idealerweise 1 x täglich kontrolliert und die Körpertemperatur gemessen werden.
